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Nachdem die Installation abgeschlossen wurde, stehen die ersten Tests an.
Als erstes sollte man das Programm auf der Kommandozeile
(unter Win9x: DOS-Eingabeaufforderung; unter WinNT/2000/XP: "Ausführen: cmd")
mit der Option -h oder --help und der Umleitung an "more" (zum seitenweisen
Anzeigen) aufrufen:
gpg -h | more
oder
gpg --help | more
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Jetzt sollte das Programm zuerst die Versionsinformationen und dann alle
Kommandozeilenoptionen mit der Erklärung
auf deutsch ausgeben.
==> "--help"-Ausgabe in Textdatei
Wenn man mit der englisch gehaltenen Hilfedatei
Doc\gpg.txt in der die Kommandozeilen- und
gpg.conf-Optionen beschrieben sind, nicht so richitg klar kommt, kann man
sich eine deutsche Hilfedatei erstellen, indem man die Ausgabe des obigen
Befehls (ohne "| more") in eine Datei schreiben läßt:
schreibt die Ausgabe in die Datei C:\gpg_de.txt.
Mit Hilfe dieser Hilfedatei kann man schon an der Anzahl der Optionen
ersehen welche reichhaltigen Möglichkeiten der Benuztung es hier gibt.
Der erste Schritt zur Benutzung ist die Erzeugung eines eigenen
Schlüsselpaares (privater und öffentlicher Schlüssel).
Dazu gibt man auf der Kommandozeile folgenden Befehl ein:
Nachdem man die Eingabetaste gedrückt hat erfolgen einige Abfragen (meine Eingaben
sind mit rot gekennzeichnet, "=>" = Eingabetaste):
Art des Schlüssels auswählen
Ich lasse es bei der Vorauswahl -> (1) DSA und ElGamal | "=>"
Schlüssellänge auswählen
Ich wähle hier 2048 Bit | 2048; "=>"
Gültigkeitsdauer angeben
Für die ersten Versuche genügt 1 Jahr | 1y; "=>"
Verfallsdatum bestätigen
| j; "=>"
Eingabe des Namens
| Vorname Nachname; "=>"
Eingabe der E-Mail-Adresse
| Vorname.Nachname@my-domain.de; "=>"
Eingabe eines Kommentars
nähere Bezeichnungen oder ähnliches, Verlängern aber die Anzeige, was nicht
auf allen Systemen gut rüberkommt, im Zweifelsfall weglassen
| "=>"
Korrekturmöglichkeit der Eingaben
Bei Bedarf mit dem jeweiligen Buchstaben den Korrekturbedürftigen Teil
auswählen und bearbeiten, sonst mit (F) oder (B) Beenden
| F; "=>"
Eingabe der Passphrase
ein kompliziertes aber leicht zu merkendes Passwort eingeben, möglichst mit
Sonderzeichen und Groß- und Kleinschreibung, als kleine
Hilfe empfiehlt sich ein einprägsamer Satz -> die Anfangsbuchstaben der
einzelnen Wörter ergeben das Passwort | Mein Passwort; "=>"
An diesem Punkt erfolgt die Schlüsselerzeugung
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An diesem Punkt muss man einen
Widerrufsschlüssel (Revocation Key)
erzeugen:
gpg --gen-revoke XYZ > %tmp%\revkey-XYZ.asc
# Erzeugen eines Wiederrufschlüssels
# für Schlüssel-ID "XYZ" und Export in
# eine Textdatei
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Dieser wird dazu benötigt, um im Falle der Änderung, des Verlustes oder der
Kompromittierung des eigenen privaten Schlüssels den auf den
Schlüsselservern veröffentlichten öffentlichen Schlüssel als ungültig zu
kennzeichnen. Dieses Verfahren ist notwendig, da das Löschen des Schlüssels vom
Schlüsselservers nicht so einfach möglich sein darf. Hier müßten sonst
zusätzliche Authentifizierungsmechanismen implementiert werden.
Der Widerrufsschlüssel (Revocation Key)
muss jetzt genau so sicher wie der private Schlüssel verwahrt und gegen
fremden Zugriff geschützt werden. Ganz wichtig ist hier das Aufschreiben
und an sicherem Ort hinterlegen des Passwortes, da ohne dieses kein
Widerruf des eigenen Schlüssels möglich ist.
Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem man sich die im Schlüsselbund
befindlichen Schlüssel das erste Mal anzeigen lassen kann:
gpg --list-keys
# Anzeigen der öffentlichen
# Schlüssel
gpg --list-keys teich
# Anzeigen aller öffentlichen
# Schlüssel mit dem String "teich"
gpg --list-secret-keys
# Anzeigen der geheimen (privaten)
# Schlüssel
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Bei der Anzeige der gefundenen Schlüssel steht an dritter Stelle (nach:
Art des Schlüssel - "pub"/"sub"; Schlüssellänge) die eindeutige ID des
Schlüssels. Diese sollte man sich aufschreiben um z.B. beim Exportbefehl
mittels dieser ID den zu exportierenden Schlüssel genau bezeichnen zu
können.
Es müssen nun folgende Schlüssel exportiert werden:
Zum Signieren durch andere User (z.B. durch den Admin), zum Sichern für
zukünftige Verwendung, zur Hinterlegung auf der eigenen HP.
Zum Exportieren in eine Textdatei muss man die
Option --armor benutzen (Reihenfolge der
Optionen beachten!, --armor immer zuerst):
gpg --armor --export > %tmp%\pubkeys.asc
# Export aller öffentlichen
# Schlüssel am eigenen
# Schlüsselbund in eine Textdatei
gpg --armor --export XYZ > %tmp%\pubkey-XYZ.asc
# Export des öffentlichen Schlüssels
# mit der Id "XYZ" in eine Textdatei
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Zum Sichern und zur Übertragung auf andere Medien bzw. andere Rechner.
Hier muss größte Vorsicht und Sorgfalt walten. Der Zugriff anderer auf
diesen privaten Schlüssel (z.B. auf dem Rechner im "TMP"-Verzeichnis
vergessen, im
Netzlaufwerk nicht sicher gelöscht) schon einen großen Teil der Sicherheit
vernichtet, der eigentliche mit der Nutzung von "Gnupg" aufgebaut werden
soll. Der "Finder" benötigt nur noch das Passwort und er kann in
Ihrem Namen alles verbriefen und bestätigen!!!
gpg --armor --export-secret-keys > %tmp%\seckeys.asc
# Export aller privaten
# Schlüssel am eigenen
# Schlüsselbund in eine Textdatei
gpg --armor --export-secret-keys XYZ > %tmp%\seckey-XYZ.asc
# Export des privaten Schlüssels
# mit der Id "XYZ" in eine Textdatei
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Zum Sichern und zur Übertragung auf andere Medien.
Es gelten die gleichen Sicherheitshinweise wie für die privaten Schlüssel.
Im Fall der Kompromittierung kann jemand anderes Ihren Schlüssel auf den
Schlüsselserver widerrufen!!!
Die Syntax wurde weiter oben schon beschrieben.
Beim Neueinrichten oder Wiedereinrichten, nach dem Signieren und ähnlichen
Fällen macht sich ein Importieren von Schlüsseln erforderlich. Bei diesem
Vorgang wird nicht nach der Art des Schlüssels (öffentl., privat ...)
unterschieden. Somit benötigt man nur einmal die Syntax:
gpg --import %tmp%\seckeys.asc
# Import aller Schlüssel aus der Datei
# "seckeys.asc" im Verzeichnis "%tmp%"
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Zur Nutzung der Funktionen des "Web of Trust" und zur Beglaubigung von
z.Bsp. Firmenschlüsseln muss man manchmal Schlüssel signieren. Um dies
tun zu können muss sich der Schlüssel am eigenen Schlüsselbund befinden.
Ist dies nicht der Fall muss er zuerst importiert
werden.
Zum Signieren benutzt man folgende Syntax:
gpg --sign-key XYZ
# Signieren des öffentlichen Schlüssels
# XYZ mit dem eigenen privaten Schlüssel
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Nachdem ein öffentlicher Schlüssel (z.B. des Mitarbeiters) signiert wurde
muss er wieder exportiert werden um z.B. auf der
Homepage oder woanders als Text-Datei hinterlegt zu werden.
Um einen solchen Schlüssel auf einen Schlüsselserver im Internet
zu übertragen muss er nicht erst exportiert werden.
Aus GPG heraus verwendet man folgenden Befehl:
gpg --send-keys XYZ
# Senden des öffentlichen Schlüssels
# XYZ an einen Keyserver (der in der gpg.conf
# eigetragen ist)
gpg --send-keys XYZ --keyserver ABC
# Senden des öffentlichen Schlüssels
# XYZ an den Keyserver ABC (Angabe hinter der
# Option --keyserver)
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Die Schlüsselserver haben in der Regel auch ein HTTP-Interface (Aufruf mit
Hilfe des Browsers). Hier kann man einen als Textdatei vorliegenden
öffentlichen Schlüssel (NIE PRIVATE SCHLÜSSEL AUF
SCHLÜSSELSERVER LADEN!!!)
per Drag and Drop kopieren, in ein Textfeld einfügen und auf dem
Schlüsselserver speichern lassen.
Das waren erst einmal die grundlegenden Funktionen für das
Schlüsselhandling. Die weiteren Optionen zum Arbeiten mit Dateien
sollten nun anhand der Hilfedateien ganz gut nachvollzogen werden können.
Zu 95% werden diese Dinge wie auch das Ver- und Entschlüsseln kaum von
Hand auf der Kommandozeile erledigt. Dazu benutzt man grafische Frontends
oder Plugins für den Mail-Client oder die Dateimanager. Diese werden im
nächsten Abschnitt vorgestellt.
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